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Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Winsen (Aller) feierte im Jahr 2007 sein 80-jähriges Bestehen. Die Grundgedanken, die „eine Anzahl Eingesessener “ 1927 veranlasste, den Verein in der damaligen schlechten Zeit ins Leben zu rufen, sind bis heute aktuell, auch wenn sich die Aufgabenverteilung zur Bewältigung des Tourismus in Winsen (Aller) im Laufe der Jahre verlagert hat. So stellt z.B. seit ca. 35 Jahren die politische Gemeinde die für die Durchführung des Fremdenverkehrs erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung und seit der Zugehörigkeit der Gemeinde zur Tourismus Region Celle GmbH wird die touristische Vermarktung unseres Ortes professionell betrieben.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein zählt heute in einer Zeit der leeren Kassen durch seine vielen ehrenamtlich tätigen Mitglieder mehr den je zu den drei tragenden Säulen des Tourismus in unserer Gemeinde. Auf den Verein und seine Mitglieder wartet nach wie vor eine Menge Arbeit, so z.B. mit einem breit geführtem Veranstaltungsprogramm, dass den Urlaubern und den Winser Bürgern eine große Vielfalt und Abwechslung bietet. Darüber hinaus kümmern sich u. a. die Mitglieder um die zahlreichen Rad- und Wanderwege. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Gästebetreuung, wo man sich immer wieder bemüht, den nach Winsen kommenden Gast bestmöglich zu betreuen in der Hoffnung, das er auch in den kommenden Jahren Winsen als Urlaubsziel wählt.


Ausführliche Informationen zur Vereinsgeschichte

Der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Winsen a. d. Aller von 1927 bis 1936

 

Der Fremdenverkehr im neuzeitlichen Sinne entwickelte sich erst mit dem Aufkommen der Eisenbahn und der Dampfschifffahrt Anfang des 19. Jahrhunderts.

Somit hatten nunmehr auch ortsfremde Menschen die Möglichkeit, auf bequeme Art die dünn besiedelten Heidedörfer aufzusuchen, sich zu erholen und als Folge in den Orten Geld zu lassen. Den wirtschaftlichen Nutzen des Fremdenverkehrs erkannten vor allen Dingen die Gastwirte und Einzelhändler und gründeten in den größeren Orten Fremdenverkehrsvereine, die oft mit sog. Verschönerungsvereinen gekoppelt waren.

Es lag daher der Gedanke nahe, dass ein Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein auch Winsen Nutzen bringen könnte. So trafen sich am 21. Oktober 1927 im Zeunerschen Gasthaus (heute Hotel „Zur Post“) „eine Anzahl Eingesessener“, die beschlossen, einen „Verkehrs- bzw. Verschönerungsverein“ ins Leben zu rufen Die Gründungsversammlung fand am 4. November 1927 statt. Der von der Gründungskommission gewählte Versammlungsleiter legte zunächst Zweck und Ziel des Vereins dar. Dabei hob er hervor,

 „ ... dass durch den Rückgang unserer heimischen Industrie, insbesondere der Kaliwerke, auch unser Ort in wirtschaftlicher Beziehung einen Rückgang zu verzeichnen hätte. Diesen Rückgang wieder zu heben, sei Aufgabe des Verkehrsvereins. Insbesondere könne dieser in der Förderung des Fremdenverkehrs zu unserem Orte bestehen, um dadurch die wirtschaftlichen Einnahmen zu erhöhen.“

Den Fremdenverkehrsinitiatoren war aber von Anfang an klar, dass nur dann „auswärtige Gäste“ nach Winsen kommen und sich dort für einige Zeit aufhalten werden, wenn Ort und Umgebung zum Verweilen einladen.

In der Gründungsversammlung standen daher auch gleich zwei Vorträge auf der Tagesordnung, einer über das Anlegen von Gärten- und Blumenschmuck und ein anderer über die Darstellung der Umgebung des Ortes.

Die Versammlung beriet dann über die Vereinssatzung in Anlehnung an eine Mustersatzung des am 22 Januar 1926 gegründeten Verkehrsverbandes Lüneburger Heide e.V. Darin wurde u.a. festgelegt, dass der Verein den Namen „Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Winsen a. d. Aller“ führen soll. Nachdem noch einige der Anwesenden den Beitritt erklärten, zählte der Verein 74 Gründungsmitglieder.

Der Vorstand ging gleich mit viel Elan an die Arbeit. Bei der Ortsverschönerung galt es, hässliche Stellen, vor allen Dingen Müll- und Schuttablagerungen zu beseitigen, ein Thema, das fast in jeder Vorstandssitzung behandelt wurde.

Der Ort sollte auch viel Grün bekommen. In den ersten zehn Jahren wurden über 500 Bäume, die meist gestiftet wurden, gepflanzt, u. a. Eichen, Birken, Ahorn und Vogelbeeren.

Spazier- und Wanderwege wurde angelegt, gekennzeichnet und mit Ruhebänken, die ebenfalls gestiftet wurden, versehen. Dem Gast sollte auch Lukullisches geboten werden. So wurden Vorträge über „Kochkunst“ und Servieren gehalten, sowie Fischseminare angeboten. Angelscheine wurden ausgegeben und Theater- und Filmvorführungen durchgeführt.

Um die Erholungssuchenden nach Winsen zu bringen, musste geworben werden. Das geschah durch den Druck und Versand von Ortsprospekten und Wohnungsnachweisen. Die Eisenbahndirektion wurde dazu bewogen, verbilligte Sonntagsrückfahrkarten von Hannover nach Celle sowie von Bremen und Verden auszugeben.

Werbung ist aber nicht billig. Bald stellte sich heraus, dass diese allein aus Mitgliedsbeiträgen nicht zu bezahlen war. Es wurde da an die Erhebung einer „Beherbergungssteuer“ gedacht, aus der aber nichts wurde, weil die Gemeinde nicht mitmachte. Auch die „Beherbergungsgebühr“ brachte nicht viel ein. Der Erlös aus besonderen Veranstaltungen sollte es dann bringen. Knobelnachmittage wurde durchgeführt, bei denen einmal ein Schwein, ein anderes Mal zwei Hammel „verknobelt“ wurden. Es fanden immer wieder auch Heimatabende statt, an denen sich die örtlichen Vereine, so die beiden Gesangvereine, die Theatergruppe „Dramatische Vereinigung“ und der „Musikalische Zirkel“, beteiligten.

Das Gästeaufkommen stieg in den ersten drei Jahren stetig an, aber es blieb trotz aller Mühe bei etwa 300 Gästen und ca. 3000 Übernachtungen.

Neben Ortsverschönerungs- und Werbemaßnahmen standen auf den Tagesordnungen der Vorstandssitzungen des auf 140 Mitglieder angewachsenen Vereins die Schaffung einer Badeanstalt an der Aller und die Erhaltung der Bockwindmühle.

Mit der Badeanstalt hatte sich der Gemeindeausschuss schon seit Jahren befasst und bereits am 27. Mai 1927 den Grundsatzbeschluss zum Bau einer Badeanstalt gefasst. Da die Sache nicht recht voran ging, nahm sich der Verkehrsverein dieser Angelegenheit an. In der Generalversammlung am 17. Januar 1930 wurde beschlossen, das Bauvorhaben mit einer Bausumme von 7400 RM durchzuführen und bei den zuständigen Stellen entsprechende Zuschussanträge zu stellen.

Das Unternehmen lief aber gar nicht glatt. Es sollte so billig wie möglich durchgeführt werden, und zwar durch „Arbeitserwerbslose“, was auch klappte. Dann gab es aber Streitigkeiten bei der Ausschreibung, die sogar zu einem Prozess um 60 RM führte. Mit einer Feier und einem Feuerwerk, das 25 RM kostete, wurde die Badeanstalt am
13. Juli 1931 in Betrieb genommen.

Aber das dicke Ende kam noch. Die Kosten hatten sich gegenüber den veranschlagten von 1400 RM auf 1725 RM erhöht. Da die Kosten trotz dieser Erhöhung aber noch ganz wesentlich unter denen der Bausumme lagen, die den Zuschussbeantragungen zu Grunde lagen, flossen die Zuschüsse nicht in der erhofften Höhe. Der Verein geriet in eine finanzielle Klemme, die durch ein Darlehn und durch Anteilszeichnungen von Mitgliedern erst im Laufe der Jahre behoben werden konnten.

Nicht weniger dramatisch ging es bei der Bockwindmühle zu. Der Müller Karl Ploetz hatte den Mühlenbetrieb eingestellt und das Wohnanwesen, nicht aber die Mühle, verkauft. Die Gemeinde wollte die Mühle für Winsen erhalten, für den Kauf aber nur 1000 RM zahlen. Das war dem Müller zu wenig. Er bot sie der Stadt Celle an und diese kaufte die Mühle. Durch einen Zeitungsbericht über den Mühlenverkauf in der Celleschen Zeitung vom 13. Januar 1930 wurden die Winser hellhörig. Die Mühle durfte nicht nach Celle, sie musste in Winsen bleiben. Der Verkehrsverein nahm sich der Sache an und durch Geschick des Vorstandes und Einsehen der Stadt Celle gelang es, den Kaufvertrag rückgängig zu machen. Der Verkehrsverein kaufte die Mühle für 1500 RM zuzüglich 200 RM Erbpachtzins für das Grundstück. Da der Verein kein Geld hatte, wurde eine Sammlung durchgeführt, die in den ersten beiden Tagen schon 1100 RM erbrachte. Der Verein hatte nun die Mühle, aber auch die Sorgen der Nutzung und Unterhaltung der sich im schlechten Zustand befindlichen Windmühle, die den Verein auch in den nächsten Jahren nicht losließen.

So gingen die Jahre dahin und es wurde ruhiger im Verein. In der nur von 14 Personen besuchten Generalversammlung am 12. April 1934 wurde berichtet, dass sich im abgelaufenen Jahr auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs nicht viel getan habe und man überlegen müsse, was jetzt zu tun sei. Aber es tat sich kaum noch etwas, obwohl zur Belebung des Vereins der Vorstand umgebildet worden war.

Nach knapp zehnjähriger Tätigkeit stand das Ende des mit so viel gutem Willen und so großer Begeisterung begonnenen Vereins bevor.

Aber was waren die Gründe?

Zunächst waren es sicher das fehlende Verständnis und auch die fehlende Zustimmung in breiten Bereichen der Bürgerschaft. Damit verbunden fehlte immer mehr das für eine angemessene Werbung erforderliche Geld. Beides hatte zur Folge, dass bald die Tätigkeit der Aktiven erlahmte, weil die erhofften Erfolge ausblieben.

Hauptgrund für die Auflösung des Vereins lag aber in den geänderten staatspolitischen Verhältnissen. In dem damaligen nationalsozialistischen Staat wurde bald nach seinem Entstehen u.a. auch der Fremdenverkehr staatlich gelenkt und dem Propagandaministerium unterstellt. Rechtsgrundlagen waren damals das Gesetz über den Reichsausschuss für den Fremdenverkehr vom 23. Juni 1933, der nach § 1 dieses Gesetzes die Aufgabe hatte, alle Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs zusammenzufassen und zu leiten. Nach dem Gesetz über den Reichsfremdenverkehrsverband vom 26. März 1936 wurden neben dem Reichsfremdenverkehrsverband Landesfremdenverkehrsverbände gebildet, die diesen durch Umlagen, die aus Beiträgen der Fremdenverkehrsgemeinden aufzubringen waren, zu finanzieren hatten. Der Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes war weisungsberechtigt für die Landesfremdenverkehrsverbände und auch für die Fremdenverkehrsgemeinden (§§ 4 – 9). Im § 10 Abs. 1 dieses Gesetzes ist dann weiter ausgeführt, dass Fremdenverkehrsgemeinden solche Gemeinden sind, in denen die Zahl der Fremdübernachtungen im Jahr regelmäßig ein Viertel der Einwohnerzahl übersteigen oder die einen erheblichen Ausflugsverkehr haben. Zu diesen Gemeinden zählte damals auch Winsen. Und was jetzt in Winsen auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs zu tun war, bestimmte nicht mehr ein Verein, sondern wurde von Staats wegen befohlen.

Dennoch hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein in den knapp zehn Jahren seines Bestehens Beachtliches für den Ort geleistet.

Er hat immer wieder die Sauberkeit des Ortes angemahnt, hat durch umfangreiche Baumpflanzungen für die Ortsverschönerung gesorgt und durch das Aufstellen von Bänken und die Durchführung von vielerlei Veranstaltungen versucht, das Wohlbefinden von Bürgern und Gästen zu steigern. Dass die Badeanstalt an der Aller gebaut und die Bockwindmühle dem Ort erhalten geblieben ist, ist ebenfalls das Verdienst des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins.


Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Winsen (Aller) von 1952 bis 2002

Als Nachfolger des wieder in den Seelsorgedienst zurückgegangenen Pastor Edmund Thies war 1952 Hermann Schrader vom Rat als neuer Winser Gemeindedirektor gewählt worden. Sein Anliegen war es, mit den bescheidenen zur Verfügung stehenden Mitteln das Ortsbild zu verbessern, die Infrastruktur zu heben und die geringe Finanzkraft der Gemeinde zu stärken. Als wichtige Aufgabe sah er hier u. a. die Gründung eines Verkehrsvereins, den es ja schon vor dem Kriege von 1927 bis 1936 gegeben hatte. Es gelang ihm, für seine Idee den Gemeinderat mit dem Bürgermeister an der Spitze und einige Gewerbetreibende, besonders aber auch Persönlichkeiten zu gewinnen, die schon in dem vor l5 Jahren aufgelösten Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein aktiv mitgewirkt hatten.

In einer Vorbesprechung, über die in der Celleschen Zeitung vom 16. Februar 1952 ausführlich berichtet wurde, kam man überein, eine Gründungsversammlung einzuberufen, die am 4. März 1952 im Gasthof „Zur Post“ stattfand. Die von fast 100 interessierten Personen besuchte Versammlung wurde von Bürgermeister Christoph Armbrust eröffnet, der auch Zweck und Nutzen eines solchen Vereins, die da sind

                                                                                        •        Wirtschaftsförderung

                                                                                        •        Orts- und Heimatpflege

                                                                                        •        Brauchtumserhaltung

                                                                                        •        Denkmalschutz und

                                                                                        •        aktive Mitarbeiter,

 darlegte.

Der Gemeindedirektor hatte auf Verdacht schon gute Vorarbeit geleistet, so z.B. die Mitgliedschaft im Fremdenverkehrsverband Lüneburger Heide angestrebt und sich um Inserierungen in den Werbeheften dieses Verbandes bemüht. Er hatte sich auch schon mit anderen Vereinen und Verbänden in Verbindung gesetzt, insbesondere wegen der Anlegung eines Zeltplatzes und hatte darüber hinaus einen Werbeprospekt vorbereitet. Nach Erlass einer Satzung nach Maßgabe der Mustersatzung des Fremdenverkehrsverbandes Lüneburger Heide und der Festsetzung des Mitgliederbeitrages auf mindestens 0,50 DM monatlich wurde die Vorstandswahl durchgeführt.

Die Geschäftsstelle wurde im Rathaus eingerichtet. Nach der Neugründung des Vereins stand auch wieder die Ortsverschönerung im Vordergrund. Das wilde Müllabladen an den Wegen und Waldrändern, am Galgenberg, am „Hundefriedhof“, sowie am Allerdamm musste unbedingt unterbunden werden. Diese Maßnahme blieb auch nach der Einführung einer regelmäßigen und staubfreien Müllabfuhr bis in unsere Tage erforderlich und wurde vielfach unter Mithilfe anderer Vereine und Verbände sowie auch der Schulen durchgeführt.

An vielen Stellen, vor allem im Ort, wurden Laubhölzer wie Eiche, Buche, Linde und Rotdorn angepflanzt, eine Arbeit, die in späteren Jahren von der Gemeinde übernommen wurde.

Großprojekte, wie die Gestaltung des Allertales und die Schaffung eines Dorfparks im Bereich des Krähenhofes und der weiter westlich gelegenen Wiesen musste fallengelassen werden, da hierfür keine Mehrheit im Rat zu bekommen war. Dafür wurden aber viele kleine gärtnerische Anlagen, u. a. am Amtshof, der Poststraße, der Bannetzer Straße und am Galgenberg geschaffen. Zu erwähnen ist hier besonders die Aufstellung eines Gedenksteines zum 100. Geburtstag des Heidedichters Hermann Löns am 28. August 1966 auf dem Platz oberhalb der Allerbrücke und die Anlegung eines Bootsanlegers einige Zeit später unterhalb der Allerbrücke.

Durch die Kriegs- und Nachkriegszeit hatten auch die Privatgrundstücke sehr gelitten. Wie überall, so bestand auch in Winsen für ein gutes Aussehen von Haus und Hof ein großer Nachholbedarf. Hier wollte es der Verein aber nicht nur bei gutem Zureden und bei Appellen lassen. Er führte alljährlich Blumenkästen- und Vorgartenwettbewerbe durch, die sich großer Beliebtheit erfreuten und die auch sehr erfolgreich waren. Dies wurde erst vor einigen Jahren eingestellt, da die Grundstücke jetzt so gut gepflegt waren, dass sich ein Wettbewerb erübrigte.

Um Gästen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, an besonders schönen Stellen im Ort wie auch in Wald und Flur zu verweilen, wurden Ruhebänke aufgestellt, zuerst allein durch den Verein, später unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeinde.

Dem Erholungssuchenden sollte in Winsen aber nicht nur das schöne Allertal mit seinen Auen, Wiesen und Wäldern angeboten werden. Ein Heideurlauber will auch Heide sehen. Auf Betreiben des Verkehrs- und Verschönerungsvereins kaufte die Gemeinde große Heideflächen am Brauckmanns Kerkstieg und stellte sie dem Verein zur Unterhaltung zur Verfügung. Jährlich müssen hier Anflug und Wildwuchs von Gräsern und Bäumen beseitigt und das Heidekraut niedrig gehalten werden. Seit zwei Jahren besorgt das zu einem gewissen Teil eine Schnuckenherde. In Meißendorf hat der Bund eine Heidefläche zur Verfügung gestellt, auf der die Heidekönigin des alljährlichen Meißendorfer Heideblütenfestes gekrönt wird.

Diese Heideflächen und was der Fremdenverkehrsort sonst noch an Natur zu bieten hat, müssen den Gästen aber auch zugänglich gemacht werden. Die in den zwanziger und dreißiger Jahren angelegten nicht mehr vorhandenen oder erkennbaren Wanderwege mussten neu geplant, angelegt, gekennzeichnet und kartiert werden.

Die Gäste wollten in Winsen aber nicht nur wandern, sondern sollen auch gut untergebracht werden. Da aber gab es am Anfang ein Problem. Es bestand noch die kriegs- und nachkriegsbedingte staatliche Wohnraumbewirtschaftung. Einige Bürger, die gerne Sommergäste aufgenommen hätten, hatten noch Heimatvertriebene in ihrem Haus und somit noch keinen Platz. Andere, die ein oder auch zwei freie Zimmer hatten und gerne an Sommergäste vermietet hätten, hatten Angst, dass ihnen das Wohnungsamt nach Herrichtung der Räume statt Sommergäste Wohnungssuchende in ihr Haus setzen würde. Hier galt es abzuwägen und das Ergebnis fand längst nicht immer die Billigung benachbarter Hauseigentümer.

Waren die Gäste in diesen Jahren mit mehr oder weniger einfachen Zimmern zufrieden (fließend Kalt- und Warmwasser im Zimmer, Dusche und Toilette auf der Etage), stiegen etwa ab l975 die Ansprüche. Die Nachfrage nach Zimmern mit eigener Dusche und WC wurde immer größer und die Beliebtheit der Ferienhäuser und Ferienwohnungen stieg. Zur Verbesserung der Zimmer gaben der Verein und später die Gemeinde zinslose Darlehn aus.

Inzwischen waren jedoch in und um Winsen große Wochenendhausgebiete entstanden (u. a. die „Örtzeheide“ in Winsen, der „Bostelberg“ in Bannetze, der „Heidehof“ in Thören, das „Rehland“ in Meißendorf). Da nicht alle Wochenendhäuser ständig privat genutzt werden konnten, wurden viele von ihnen den Gästen zur Verfügung gestellt, deren Wünsche vom „Urlaub im eigenen Haus“ man somit gerecht werden konnte

Aber auch das Angebot an Ferienwohnungen nahm kontinuierlich zu. Die Mehrheit bildeten jedoch in den 80er Jahren nach wie vor die Pensionen und Privatunterkünfte. So boten z.B. im Jahr 1980  192 Betriebe 1001 Betten an.

In den nun folgenden Jahren nahm das Bettenangebot aber immer mehr ab. Insbesondere wurden die Privatvermieter weniger. Viele Häuser wurden aus Altersgründen aufgegeben oder weil einfach der Nachfolger fehlte, viele aber auch, weil man vor den Kosten zurückscheute, die der nachträgliche Einbau von Nasszellen mit sich bringen würde, denn Zimmer ohne Dusche und WC waren schon seit vielen Jahren nicht mehr gefragt.

Im Trend liegen in den letzten Jahren mit steigender Tendenz Ferienhäuser und Ferienwohnungen, von denen inzwischen in Winsen reichlich zur Verfügung stehen. Auf diese Kategorie entfiel z.B. im Jahr 2000 fast die Hälfte des gesamten Bettenkontingents.

Bei den Hotels und Gasthäusern bereitete dem Verein von Anfang an das geringe Bettenangebot große Sorge. Das Problem ist hier, dass in der Hauptsaison von Juni bis September die Nachfrage nicht befriedigt werden kann, in den anderen Monaten die Gästezimmer zum Großteil aber leer bleiben.

Die Anlegung von Campingplätzen im Raum Winsen (Aller) ist maßgebend auf die Initiative des Verkehrs- und Verschönerungsvereins zurückzuführen. Der Campingplatz „Auf der Hude“ am „Allerfreibad“ und am angrenzenden Sportplatz gelegen, war der Vorreiter. Später folgten der „Wacholderpark“, der „Hüttenseepark“ in Meißendorf und schließlich der im „Stillen Winkel“, direkt an der Örtzemündung.

Der Campingplatz „Auf der Hude“ hatte die Besonderheit, dass er zunächst vom Verkehrs- und Verschönerungsverein angelegt und unterhalten wurde. Ständige Schwierigkeiten mit den Pächtern und die gestiegenen Anforderungen besonders hinsichtlich der Hygiene machte es erforderlich, dass zweimal neue und verbesserte Sanitäranlagen geschaffen und später auch ein neues Wirtschaftsgebäude und ein Wohnhaus für den Pächter errichtet wurden. Weiter wurden Wege angelegt und die Strom-, Wasser- und Abwasserverhältnisse grundlegend verbessert.

Das ging aber über die Finanzkraft des Vereins hinaus. So übernahm die Gemeinde, die inzwischen auch Eigentümer des Grundstücks geworden war, diesen Campingplatz.

Eine Besonderheit bilden in der Gemeinde die vielen Wochenendhausgebiete in den Ortsteilen Bannetze, Meißendorf, Thören und Winsen, mit deren Anlegung in den sechziger Jahren begonnen wurde und die inzwischen über 1000 Häuser ausweisen. Ihr Entstehen ist darin begründet, dass Sommergäste, die auf Vermittlung des Verkehrsvereins nach Winsen kamen, hier wegen der schönen Lage etwas sesshafter werden wollten. Sie pachteten, meist aber kauften sie ein Grundstück, um sich dort ein Wochenendhaus zu errichten. Es waren in erster Linie Gäste aus dem Großraum Hannover, besonders aber auch aus Berlin, die damals wegen der unsicheren politischen Verhältnisse in der geteilten Stadt in der Bundesrepublik ein Standbein haben wollten. Diese Wochenhausgebiete, die zum Teil jetzt schon Wohngebiete geworden sind, haben dem Verein, besonders aber der Gemeinde, viel Geld an Grundsteuer und später an Zweitwohnungssteuer eingebracht.

Die so in der Gemeinde auf vielerlei Weise untergebrachten Gäste suchten aber auch Abwechslung und Unterhaltung. Dem Gast, der mit hohen Erwartungen in den Urlaubsort Winsen reiste, sollte nun etwas geboten werden. Er sollte sich rund herum gut betreut fühlen und natürlich auch zum Wiederkommen bewegt werden.

So wurden dann im 14tägigen Rhythmus Begrüßungsabende mit buntem Rahmenprogramm aus durchgeführt. Diese Veranstaltungen wurden damals auch dazu genutzt, Gäste für die Treue zu ihrem Urlaubsort Winsen zu ehren oder ihnen zu ihren Geburtstagen zu gratulieren. Heute finden die Gästeehrungen durch den 1. oder 2. Vorsitzenden überwiegend im Leseraum der Tourist-Information oder direkt in den Pensionen statt.

Noch heute bildet das aus dieser Zeit stammende Osterfeuer auf dem Festplatz an der Aller den Auftakt der Saison.

Mit ins Programm gehörten damals und gehören auch jetzt noch die Lichtbildervorträge, die dem Gast die Naturschönheiten unserer Gegend näher bringen

Aber auch die Grillabende in Winsen, Meißendorf und Stedden haben an ihrer Beliebtheit bis heute nichts verloren, auch wenn sie sich in ihrer Art und Weise etwas verändert haben.

Aber auch geführte Wander- und Radwanderungen, sowie Ortsführungen gehören schon lange zum Angebot.

Obwohl die Begrüßungsabende in den Gaststätten irgendwann wegfielen, haben noch etliche Veranstaltungen aus den Anfangszeiten bis heute Bestand.

Aber im Laufe der Jahre kam auch viel Neues hinzu.

Hierzu gehören: 

Den Saisonabschluss bildet seit 47 Jahren immer noch das Schnuckenessen mit anschließendem Ball am 3. Samstag im Oktober. Leider hat dieses Vergnügen, das einmal ein Fest für Gäste und Vermieter war, inzwischen viel von seiner Ursprünglichkeit verloren.

Wenn auch eine gute Unterkunft und die vorbildliche Betreuung der beste Garant dafür sind, dass die Gäste wiederkommen, so muss doch immer wieder um neue Gäste geworben werden. Die ursprünglich vom Verkehrs- und Verschönerungsverein durchgeführte Werbung hat seit 1999 die Tourismus Region Celle GmbH, deren Gesellschafter die Gemeinde ist, übernommen. Diese Gesellschaft betreibt die Werbung als modern eingerichteter Dienstleistungsbetrieb professionell. Sie kann und will aber nicht auf die Gästebetreuung vor Ort, die vom Verkehrs- und Verschönerungsverein durchgeführt wird und für zufriedene Gäste sorgt, verzichten.

Aber was hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein sonst noch gemacht ?

Zunächst hat er sich weiter um die Unterhaltung und Nutzung der Bockwindmühle gekümmert. Er hat einen Arbeitskreis gebildet, der sich der Mühle in besonderer Weise verbunden fühlt. Die Mitglieder überlegen, wie die verlorenen Teile wieder beschafft oder nachgebildet werden können. Sie betreuen die Mühle und geben Besuchern fachkundige Erklärungen.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat in den fünfziger Jahren mit anderen Vereinen und Verbänden eine Nistkästenaktion für die einheimische Vogelwelt durchgeführt.

Mit dem Naturschutzseminar Gut Sunder wurde ein Waldlehrpfad in Meißendorf angelegt und mit Erläuterungs- und Hinweisschildern versehen.

Bei Krainhöpen hat er mit Hilfe der Gemeinde eine Wassertretanlage geschaffen, für die z. Zt. ein neuer Platz gesucht wird.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat die Gründung eines Filmclubs angeregt und vorbereitet, der dann auch von Ende der fünfziger Jahre bis Mitte der sechziger Jahre bestand. Als dann das Fernsehen aufkam, war das Interesse nicht mehr vorhanden, so dass dieses Angebot einschlief.

Der Verein hat Hilfestellung bei der Schaffung von Tourismuseinrichtungen in den neuen Bundesländern, u. a. in Alt Zauche im Spreewald gegeben. Die Verbindung besteht auch heute noch.

Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich, dass der Verein auch mahnend und anregend tätig war, wenn es um die Belange des Tourismus im Ort ging, so u. a. bei dem beheizten Freibad und später beim Hallenbad sowie bei der Anlegung von Grillplätzen in Winsen und Meißendorf und bei den Bootsanlegestellen in Stedden, Winsen und Bannetze.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hatte also in Winsen auch in den letzten fünfzig Jahren ein großes Betätigungsfeld. Wenn die Werbung und die Gästevermittlung nun auch professionell von der Tourismus Region Celle GmbH mit fester Niederlassung in Winsen betrieben wird, so ist der Verkehrs- und Verschönerungsverein noch längst nicht überflüssig geworden. Er kann sich mehr denn je um den nach Winsen kommenden Gast kümmern und ihn bestmöglich betreuen in der Hoffnung, dass Winsen auch in den kommenden Jahren sein Urlaubsort bleibt. 


Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Gemeinde Winsen (Aller)

Der durch den Verkehrs- und Verschönerungsverein in zehn Jahren vor und jetzt schon in fünfzig Jahren nach dem Krieg betriebenen Fremdenverkehr (Tourismus) hat aber nicht nur zur Verbesserung der Umwelt- und Wohnqualität in Winsen beigetragen, er fördert auch in ganz erheblichen Maße die örtliche Wirtschaft. Das trifft nicht nur für das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe sondern auch für die anderen Dienstleistungsbetriebe zu, wie z.B. Ärzte, Apotheken, Verkehrsbetriebe und Tankstellen. Da im Urlaub das Geld lockerer sitzt, profitieren aber auch die Geschäfte für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln, Bekleidung, Hausrat, Geschenk- und Andenkenartikel. Einen Nutzen haben auch das Baugewerbe und das Handwerk durch Herrichtung und Reparatur von zusätzlichem Wohnraum für Gäste, der Schaffung von Zweitwohnungen, Wochenend- und Ferienhäusern. Selbst die Landwirtschaft geht nicht leer aus. Die vielfach aus den Ballungszentren stammenden Menschen machen gern Ferien auf dem Bauernhof, nutzen die Möglichkeit der Kutschfahrten durch die Heide, genießen die landwirtschaftlichen Produkte und nehmen sie gern mit nach Hause.

Wenn so viele Wirtschaftszweige in der Gemeinde Winsen (Aller) Nutznießer des Tourismus sind, so soll auch gesagt werden, was er in klingender Münze einbringt.

Nach einer Veröffentlichung des Fremdenverkehrsverbandes Lüneburger Heide haben 1992 die Tagesausgaben von Erholungsurlaubern in gewerblichen Betrieben, Privatquartieren und auf Campingplätzen im Durchschnitt 92,00 DM betragen. In Winsen kommen dazu noch Tagesausgaben von rund 10,00 DM für die Gäste aus den Wochenendhausgebieten. Für 1992 ergab sich dann für unsere Gemeinde folgende Berechnung: 

·       246.851 Übernachtungen zu 92,00 DM                                 22.710.292,00 DM 

·       187.040 Übernachtungen zu 10,00 DM                                   1.870.400,00 DM


         rund
                                           25.000.000,00 DM

Nun verbleiben die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr aber nicht nur bei den Gaststätten und Beherbergungsbetrieben. Denn diese zahlen aus den Betriebseinnahmen z.B. Handwerker, die die Gästezimmer renovieren oder Bäcker, Fleischer und Landwirte, die Brötchen, Fleisch oder Gemüse liefern. Nach dem genannten wirtschaftswissenschaftlichen Institut beträgt die Wertschöpfungsquote hier 30 %.

Es ergibt sich dann folgende Berechnung, die auch heute nach zehn Jahren mit etwas geänderten Zahlen noch gilt:

Wareneinsatz ( 58 % der 1. Umsatzstufe)     

=       58 % von 21. Mio. DM =             12,18   Mio. DM

davon  30 % Wertschöpfung   =             3,254 Mio. DM

 

So verbleiben in Winsen durch den Tourismus weiter rund 3 Mio. DM, so dass die Wertschöpfung rd. 12 Mio. DM beträgt.

Mit der vorstehend dargestellten Wertschöpfung aus dem Fremdenverkehr, die den auch noch beachtlichen Tagestourismus mit einer Wertschöpfung von mindestens
1 – 1,5 Mio. DM völlig außer acht lässt, ist es aber auch noch nicht getan, denn die, die aus dem Fremdenverkehr profitieren, müssen auch Steuern zahlen. So hat auch die Gemeinde Nutzen aus dem Fremdenverkehr und kann dadurch ihre Finanzkraft stärken. Sie erhält nämlich vom Land Anteile der Einkommenssteuer und erhebt selbst Grund- und Gewerbesteuer sowie für das Halten von Doppelwohnungen Zweitwohnungssteuer. Nach den Angaben des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr sind die gemeindlichen Steuereinnahmen (ohne Grundsteuer und Zweitwohnungssteuer) mit 2,5 bis 3 % des touristischen Nettoprimärumsatzes, d.h. für Winsen sind 2,5 bis 3 % von
21. Mio. DM = 0,5 bis 0,6 Mio. DM anzusetzen.

Weiter darf in Winsen nicht übersehen werden, dass die Gemeinde durch die Grundsteuer für die einzelnen Wochenendhausgebiete und die Zweitwohnungssteuer zusätzliche Steuereinnahmen zu verzeichnen hat, die bei
0,4 bis 0,5 Mio. DM liegen dürften, so dass durch den Tourismus mittel- oder unmittelbar noch rd. 1 Mio. DM Steuern in die Gemeindekasse fließen.

Schließlich hat die Gemeinde durch den Tourismus durch zweckgebundene Zuweisungen des Bundes, Landes und Landkreises für touristische Infrastrukturmaßnahmen weiteren finanziellen Nutzen.

Aus dem vorstehend Dargelegten geht hervor, dass der Tourismus auch für unsere Gemeinde ein ganz besonderer Wirtschaftsfaktor ist, der auch künftig beachtet werden muss. Das ist um so mehr erforderlich, als, wie bereits anfangs erwähnt, der Konkurrenzdruck immer größer wird und den Haushaltungen immer weniger Mittel für den Urlaub zur Verfügung stehen dürften.

Es ist daher um so mehr erforderlich, dass die Arbeit des Verkehrs- und Verschönerungsvereins und der Gemeinde und jetzt auch der Tourismus Region Celle auf dem Gebiete des Tourismus erhalten bleibt, anerkannt und unterstützt wird.

Um auch durch den Tourismus weiterhin zusätzliche Kaufkraft in die Gemeinde zu bekommen, wollen künftig auch Gewerbeverein und der örtliche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) weiter eng mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein, der Gemeinde und der Tourismus Region Celle zusammenarbeiten.


Geschäftsführender Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Winsen (Aller) e. V.:

1. Vorsitzender
Dirk Oelmann

 2. Vorsitzender
Joachim Pemp

Geschäftsführerin
Christine Rust
christine.rust@vkv-winsen.de 

Schatzmeisterin
Rosemarie Marten

Satzung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Winsen (Aller) e. V.


Jährliche Geschäftsberichte des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Winsen (Aller) e. V. finden sie im Servicebereich.



 

 

 

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